1998 war alles anders. Sie konnten das Wort „Versicherung" fünfzig Mal auf einer Seite unterbringen, und Google fand das toll. Je öfter, desto besser. Das war die Logik damals, und ehrlich gesagt, es hat funktioniert. Die Suchmaschine war noch jung, noch naiv.
Dann kam so um 2003 die erste Ernüchterung. Google hat angefangen, offensichtliches Keyword-Stuffing abzustrafen. Aber – und das ist wichtig – subtiles Stuffing ging noch. Man musste nur etwas cleverer sein. Manche haben Keywords in die gleiche Farbe wie den Hintergrund gesetzt. Andere haben sie in winzigen Schriftgrößen versteckt. Das klingt heute lächerlich, aber 2005 war das noch verbreitet.
Der Fehler, den besonders ältere Website-Betreiber machen: Sie erinnern sich, dass Keywords wichtig waren. Das stimmt ja auch noch. Aber sie übertreiben es. Ich sehe Texte, wo „beste Autowerkstatt München" in jedem zweiten Satz vorkommt. Das liest sich furchtbar, und Google hasst es mittlerweile.
Um 2011 kam Panda, Googles Update gegen dünnen Content. Viele haben immer noch nicht verstanden, was das bedeutet. Es ging nicht mehr nur um Keywords, sondern um Qualität. Eine Seite mit 200 Wörtern und zehnmal dem gleichen Keyword? Rausgeflogen. Eine Seite mit 1.500 Wörtern hilfreichen Inhalten und natürlicher Sprache? Die kam nach oben.
Was ich frustrierend finde: Viele denken, sie müssen zwischen Lesbarkeit und SEO wählen. Das ist Unsinn. Seit 2013 versteht Google Synonyme und verwandte Begriffe. Sie können „Auto reparieren", „Fahrzeug instandsetzen" und „Wagen flicken" schreiben – Google checkt das. Sie müssen nicht immer exakt die gleiche Phrase verwenden.
Der nächste Schritt kam 2019 mit BERT, Googles neuem Sprachverständnis. Jetzt analysiert die Suchmaschine den Kontext ganzer Sätze. Das bedeutet: Unnatürliche Formulierungen nur wegen Keywords fallen sofort auf. „Für beste Pizzeria Berlin ist unsere beste Pizzeria Berlin die beste Wahl" – sowas bringt Sie heute nirgendwo hin.
Was funktioniert 2025? Denken Sie an echte Fragen. Wenn jemand nach „Heizung reparieren" sucht, will er wissen wie, warum, was es kostet, wie lange es dauert. Beantworten Sie das vernünftig. Nutzen Sie das Wort „Heizung" natürlich im Text, aber zwingen Sie nichts. Schreiben Sie, wie Sie sprechen würden.
Das Problem ist: Diese einfache Wahrheit wird von kompliziertem SEO-Gerede überlagert. Keyword-Dichte, LSI-Keywords, TF-IDF – alles Konzepte, die Leute verwirren. Am Ende zählt: Hilft Ihr Text echten Menschen? Dann hilft er auch Ihrem Ranking.